Zurück zur Natur

Gastbeitrag von Sophie Rudolph

 Wir sagen oft, wir gehen «in die Natur», um uns zu erholen und vergessen dabei, dass wir immer und überall Teil der Natur sind, auch mitten in der Grossstadt.

Blumen, Vögel, Flüsse, Berge und Sterne sind für uns Natur. Wir nehmen Ferien, um in Verbindung mit dieser Natur zu kommen.

Dabei ist sie immer für uns da. Wir müssen uns nur an sie erinnern.

Die Gesetze der Natur regulieren unseren Herzschlag und unsere Körpertemperatur, damit diese trotz Klimaveränderungen fast konstant bleiben.

 

Gesund sein und bleiben hat viel damit zu tun, zurück zur Natur zu kommen, aber nicht nur nach draussen zu gehen, sondern auch nach drinnen, zurück zur Natur in sich selbst.

 

Neblige Novembertage laden in besonderer Weise dazu ein, sich auf die innere Natur zu besinnen.

Im Ayurveda, der indischen Gesundheitslehre, wird der Übergang zwischen Herbst und Winter als kritische Zeit gesehen, in der viele Menschen anfällig für Krankheiten sind.

 

Ähnlich wie im Übergang zwischen Winter und Frühling ist unser Körper starken Temperaturschwankungen, manchmal im Verlauf eines einzigen Tages, ausgesetzt.

Ausserdem muss der Organismus sich an weniger Sonnenlicht und mehr Dunkelheit gewöhnen.

Die Pflanzen ziehen sich zurück, Bäume werfen ihre Blätter ab, Tiere legen sich Vorräte an oder bereiten sich auf den Winterschlaf vor.

 

Die meisten Menschen schalten elektrisches Licht an und arbeiten weiter als wäre nichts. Die lineare Zeit bestimmt unseren Alltag stärker als die zyklische Zeit, die für unser Leben jedoch eine mindestens ebenso wichtige Bedeutung hat.

 

Die Lehre des Ayurveda, wörtlich übersetzt «das Wissen des Lebens», spricht von fünf Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (oder Raum), die in unterschiedlicher Verbindung miteinander drei Bioenergien, die Doshas, formen, die die Rhythmen der Natur bestimmen: Kapha, Pitta und Vata.

 

Diese Energien wirken in ihrem Zusammenspiel in der uns umgebenden Natur, aber auch innerhalb unseres Körpers.

Im späten Herbst und Winter, von November bis Februar, ist die Natur von Vata dominiert.

Das Vata-Dosha setzt sich aus den Elementen Luft und Raum zusammen, bringt also Eigenschaften wie trocken, leicht, beweglich, subtil, klar, kalt und rau mit sich, wie die Luft an einem klaren, kalten Novembertag, wenn der Wind uns über die Wangen streift und die Haut austrocknet.

 

Verglichen mit einem Tier verhält es sich wie ein leichter Schmetterling, ein scheues Reh oder eine flinke Gazelle. Wenn das Vata-Element unsere geistige Konstitution bestimmt, ist es in seiner ausgeglichenen Form aufgeweckt, kreativ, verspielt, vor Ideen sprudelnd und in seiner unausgeglichenen Form nervös, hektisch, sorgenvoll, zerstreut.

 

Die der linearen Zeit folgende Organisation unseres Alltags erhöht nun ausgerechnet in einer Zeit, in der wir mehr Rückzug und Ruhe bräuchten, um das in der Natur dominierende Luftelement auszugleichen, noch von aussen die Hektik.

 

Schulbeginn und Jahresabschlüsse von Banken, Firmen und Versicherungen fordern ihren Tribut und die Kaufhäuser funkeln mit teuren Kitschprodukten, mit denen man sich auf dem Heimweg schnell noch etwas besinnlichen Adventszauber kaufen kann.

 

Trotzdem und gerade jetzt helfen uns Pflanzen, uns immer wieder zu erden.

Die Pflanzen, die tief in der Energie der Erde verwurzelt sind, tragen das Gedächtnis aller Zeiten.

 

Im Ayurveda ist das Wissen um die heilenden Eigenschaften der Pflanzen zusammengetragen worden und wird in der ayurvedischen Medizin auf vielfältige Weise genutzt.

 

Zwei wichtige Pflanzen, die unsere Gesundheit in der Vata-Zeit unterstützen können, sind Sesam und Ingwer.

Die hinduistische Mythologie erzählt, die Sesampflanze sei entstanden, als ein Schweisstropfen des Gottes Shiva (manchmal auch Vishnu, wer weiss das schon genau ) auf die Erde fiel und zu einer Pflanze mit schönen weissen Blüten heranwuchs.

Es wird behauptet, dass Sesamsamen beim Verzehr das Gedächtnis an die Verjüngung erwecken und den Zellen und dem Körpergewebe Sneha überströmende Liebe geben.

Ingwer, auch als universelle Medizin bezeichnet, trägt durch seine milde Schärfe die Kraft des Feuers tief in die Körpergewebe hinein.

 

Wenn die Tage kürzer werden, kannst du es dir zur Gewohnheit machen, morgens früh als erstes warmes Ingwerwasser zu trinken. Einfach ein paar Scheiben Ingwer in Bio-Qualität aufschneiden und mit heissem Wasser übergiessen.

Auch tagsüber ist es immer wieder ein wunderbares Getränk für zwischendurch, um warm zu bleiben.

Einfach in einer Thermoskanne mit ins Büro oder wo immer du unterwegs bist, mitnehmen.

 

Sesamsamen kannst du ab und zu in unterschiedlicher Form in dein Essen integrieren, zum Beispiel ins Müsli oder Porridge, oder einfach über Dein Essen streuen, leicht geröstet schmecken sie noch besser. Auch das Sesamöl kannst Du in deine Küche integrieren. Es sollte allerdings nicht hoch erhitzt werden, eignet sich also besser für zum Beispiel Salate.

 

Versuche einmal in der Woche Zeit zu finden für eine Selbstmassage mit im Wasserbad leicht erwärmtem Sesamöl, in das Du ein bis zwei Tropfen ätherisches Ingweröl gibst.

Klassischerweise führst du diese Massage vor dem Duschen durch und streichst das Öl langsam in streichenden Bewegungen über die Gliedmassen, in kreisenden Bewegungen über Bauch und Brust und an den Gelenken.

Lass das Öl am besten eine Weile einwirken, bevor du dich abduschst oder badest, achte aber darauf, dass dein Körper warm bleibt (Badezimmer einheizen oder einen Bademantel/Handtuch umwickeln). 

 

Wenn du wenig Zeit hast, kannst du das Öl auch unter der Dusche einmassieren, das ist zwar nicht die traditionelle Art, lässt sich aber manchmal einfacher umsetzen und ist besser, als es gar nicht zu machen.

 

Nicht zuletzt kann auch Räucherwerk dabei unterstützen, Vata zu beruhigen, da der Geruchssinn dem Element Erde zugeschrieben wird.

Wenn aber Rauch produziert wird, kommt vor allem die leichte und austrocknende Wirkung zum Einsatz, daher empfiehlt es sich, ein Sieb über einem Teelicht zu benutzen, so dass sich der Duft langsam im Raum verteilt.

 

Guggul, das Harz des indischen Weihrauchbaumes, ist ein traditionelles Heilmittel im Ayurveda und kann für sich allein geräuchert werden, verträgt sich aber auch gut mit anderen Räucherstoffen wie zum Beispiel Sandelholz, Vetiver oder Alant.

Der erdige Duft vertreibt Stress und Nervosität und schenkt tiefe Ruhe und Gelassenheit.

 

Mit diesen einfachen Mitteln kannst du dich und dein Immunsystem immer wieder stärken, auch wenn es draussen stürmt und schneit.

 

Sophie Rudolph lebt und arbeitet in St. Gallen. Wenn sie nicht gerade im Büro sitzt, geht sie gerne wandern und verbringt Zeit mit ihrem kleinen Sohn, drinnen oder draussen.

Ausserdem schlägt ihr Herz für Yoga und Ayurveda und eine einfach umsetzbare gesunde Lebensgestaltung.

 

Schau doch mal auf ihrer facebook-Seite vorbei https://www.facebook.com/stabilundleicht/.

 

Wenn Du gerne wissen möchtest, wie du dir dein persönliches Retreat zu Hause gestalten kannst, schreib ihr eine Email: stabilundleicht@gmail.com. 

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